Heroin. Für den Husten.
Bayer verkaufte Heroin als Arzneimittel. Die historische Anzeige wirbt ganz selbstverständlich mit der Behandlung von Bronchitis.
Es gibt Menschen, Methoden, Fachgebiete und Widerspruch. Historische Versprechen und ihre dokumentierten Folgen laden zum Nachprüfen ein.
Bayer verkaufte Heroin als Arzneimittel. Die historische Anzeige wirbt ganz selbstverständlich mit der Behandlung von Bronchitis.
Crisco stand für modernes Pflanzenfett. Bei der teilweisen Härtung entstanden jedoch industrielle Transfette.
Zahnungspulver für Kinder, ein beruhigendes Versprechen – und Calomel, eine Quecksilberverbindung.
Verbleites Benzin zeigt keinen einstimmigen Irrtum, sondern einen Konflikt zwischen Warnungen, Geschäftsinteressen und Regulierung.
Radithor wurde als „Certified Radioactive Water“ verkauft. Radioaktivität erschien als Heilversprechen.
Für die Leukotomie gab es 1949 den Medizin-Nobelpreis. Die Geschichte ihrer schweren Folgen gehört ebenfalls dazu.
DES sollte Schwangerschaften schützen. Später wurde ein Zusammenhang mit seltenem Krebs bei im Mutterleib exponierten Töchtern erkannt.
„More doctors smoke Camels“: Ein weißer Kittel wird zum Argument für eine Zigarettenmarke.
DDT war wirksam gegen Insekten. Die massenhafte Anwendung hatte dennoch Folgen, die das Fortschrittsbild nicht zeigte.
Contergan wurde als harmloses Schlaf- und Beruhigungsmittel angeboten. Die Folgen trafen auch ungeborene Kinder.
Die Entwicklung der US-Ernährungsempfehlungen zeigt, wie aus einer einfachen Botschaft eine differenziertere Bewertung wurde.
Purdue vermarktete OxyContin mit einer verharmlosenden Darstellung des Abhängigkeitsrisikos.
Vioxx wurde mit einem günstigen Sicherheitsprofil beworben. Herz-Kreislauf-Risiken veränderten die Bilanz.
Bei Corona stehen belegte Wirksamkeit, neu erkannte Risiken und politische Kommunikation nebeneinander. Gerade deshalb lohnt die genaue Trennung.